Transparenz wirkt
DATEV Challenge Roth veröffentlicht erneut vollständige RaceRanger-Daten / Fairness im Profifeld erreicht neues Niveau
Die im vergangenen Jahr erstmals veröffentlichten RaceRanger-Daten zeigen Wirkung: Beim DATEV Challenge Roth 2026 wurde sauberer gefahren als je zuvor. Das belegen die jetzt veröffentlichten Auswertungen eindrucksvoll. Nahezu alle Kennzahlen zur Drafting-Aktivität gingen deutlich zurück – obwohl der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen den Athletinnen und Athleten von 12 auf 20 Meter erhöht wurde.
Nachdem der DATEV Challenge Roth 2025 als erster Triathlon weltweit die vollständigen RaceRanger-Daten veröffentlicht hatte, setzt das Team des DATEV Challenge Roth gemeinsam mit RaceRanger den eingeschlagenen Weg konsequent fort.
Die RaceRanger-Daten 2026 sind hier einsehbar.
Durchschnittliche Drafting-Zeit sank um 53 Prozent
Die Auswertung von RaceRanger zeigt gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Entwicklung hin zu noch fairerem Rennsport. Die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit pro Profi sank von 2:40 Minuten auf 1:15 Minuten, das ist ein Rückgang um rund 53 Prozent. Noch deutlicher fällt der Median aus: Während 2025 die Hälfte aller Profis mindestens 1:10 Minuten illegale Zeit in der Drafting-Zone aufwies, waren es 2026 nur noch 16 Sekunden; ein Rückgang von rund 77 Prozent.
Zahl mehr als halbiert: Nur 14 % aller Profis über 2 Minuten in Windschattenzone
Auch die Anzahl der sogenannten Yo-Yo-Manöver, bei denen Athletinnen und Athleten in die Drafting-Zone einfahren, den Überholvorgang jedoch nicht abschließen und sich wieder zurückfallen lassen, ging deutlich zurück. Im Durchschnitt sank ihre Zahl von 23,4 auf 7,9 pro Athletin bzw. Athlet, was einer Reduktion von rund 66 Prozent entspricht.
Gleichzeitig halbierte sich der Anteil der Profis mit mehr als zwei Minuten illegaler Drafting-Zeit von 35 auf 14 Prozent. Der Anteil komplett sauberer Rennen mit Null Sekunden Drafting-Zeit stieg dagegen von 22 auf 29 Prozent.
Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, da der erlaubte Drafting-Abstand 2026 von 12 auf 20 Meter erhöht wurde. Die Profis mussten somit zwei Drittel mehr Abstand halten als im Vorjahr, dennoch gingen sämtliche relevanten Drafting-Kennzahlen deutlich zurück.
Männer und Frauen verbessern sich deutlich
Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen zeigen die Daten klare Fortschritte.
Bei den Männern sank die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit von 3:15 Minuten auf 1:43 Minuten. Gleichzeitig reduzierte sich der Anteil der Athleten mit mehr als zwei Minuten illegaler Drafting-Zeit von 44 auf 19 Prozent.
Die Frauen fuhren bereits im vergangenen Jahr auf einem sehr hohen Fairnessniveau und konnten sich dennoch nochmals deutlich steigern. Die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit sank von 58 auf nur noch 25 Sekunden. 60 Prozent aller Profiathletinnen absolvierten die Radstrecke komplett ohne illegale Drafting-Zeit. Im Vorjahr waren es 41 Prozent. Der Median lag 2026 erstmals bei 0 Sekunden.
An der Spitze nahezu makelloses Racing
Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung an der Spitze des Rennens.
Während sich 2025 noch einzelne Athletinnen und Athleten mit mehreren Minuten illegaler Drafting-Zeit unter den Top Ten befanden, präsentiert sich das Bild 2026 nahezu makellos.
Bei den Männern sank die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit der Top Ten von 1:47 Minuten auf nur noch 23 Sekunden; das ist ein Rückgang von rund 78 Prozent. Besonders eindrucksvoll: Sieger Sam Laidlow absolvierte seine Weltbestzeit von 7:21:04 Stunden mit lediglich 18 Sekunden illegaler Drafting-Zeit bei knapp vier Stunden Fahrzeit.
Auch bei den Frauen verbesserte sich die Spitzengruppe deutlich. Die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit der Top Ten sank von 1:49 Minuten auf 38 Sekunden.
RaceRanger: "Ein großer Schritt für den Triathlonsport"
„Die Zahlen sprechen für sich. Obwohl die Profis dieses Jahr einen deutlich größeren Abstand von 20 Metern einhalten mussten, ist die Drafting-Aktivität in allen wesentlichen Bereichen deutlich zurückgegangen“, sagt James Elvery, Gründer von RaceRanger. „Vor allem an der Spitze des Feldes gehen die Athletinnen und Athleten mit gutem Beispiel voran. Das ist ein großer Schritt für fairen Profisport. Die Offenheit, mit der Roth diese Daten veröffentlicht, ist weltweit einzigartig und ein wichtiger Impuls für unseren Sport.“
"Transparenz schafft Fairness"
„Im vergangenen Jahr haben wir auf Initiative von Sam Laidlow beschlossen, die RaceRanger-Daten öffentlich zu machen. Die diesjährigen Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass Transparenz wirkt“, sagt Renndirektor Felix Walchshöfer. „Der erlaubte Abstand wurde als Anliegen der Mehrheit der Profis von 12 auf 20 Meter erhöht; die Regeln waren also deutlich strenger als im Vorjahr. Dass trotzdem noch sauberer gefahren wurde, freut uns enorm und zeigt, dass Fairness und Transparenz im Profisport Hand in Hand gehen. Genau das war unser Ziel.“
Walchshöfer betont zugleich: „Natürlich gilt auch weiterhin: Die Wettkampfrichter vor Ort haben immer die Entscheidungshoheit über mögliche Regelverstöße. RaceRanger ist ein technisches Hilfsmittel, das unsere Referees unterstützt, aber nicht ersetzt.“
Bereinigte Datenauswertung
Für eine möglichst aussagekräftige Analyse wurden die Daten – wie bereits im Vorjahr – um Streckenabschnitte mit besonders hohem Zuschaueraufkommen (Solarer Berg, Kränzleinsberg und Kalvarienberg), die ersten und letzten 500 Meter der Radstrecke sowie sämtliche Verpflegungsstellen bereinigt. Diese Bereiche waren vom Schiedsgericht bereits im Vorfeld von der Drafting-Regelung ausgenommen worden. Diese Zonen entsprachen genau denen, die bereits im Jahr 2025 galten.
RaceRanger ist ein elektronisches Abstandsmesssystem für Triathlonrennen, das unerlaubtes Windschattenfahren objektiv sichtbar macht. Die Technologie unterstützt Athletinnen und Athleten sowie Wettkampfrichter bei der Einhaltung der Drafting-Regeln und trägt zu mehr Fairness und Transparenz im Triathlonsport bei.
Die vollständigen Daten sind hier einsehbar.
