08.07.2019

Ehre, wem Ehre gebührt

Ehre, wem Ehre gebührt

Jeder, der einen Langdistanztriathlon ins Ziel bringt, hat eine überragende Leistung erbracht. Das ist ganz klar. Darum werden im Rother Triathlonstadion am Sonntagabend auch traditionell die Letzten mindestens genauso gefeiert wie die Ersten. Dafür bekommen die Besten und Schnellsten am Montagvormittag noch einmal die Bühne bereitet - bei der traditionellen Siegerehrung des DATEV Challenge Roth werden sie gebührend gefeiert.

Foto: TEAMCHALLENGE, Christoph Raithel

Auf den ersten Blick erscheint es vielleicht seltsam, aber als erstes werden drei Sportler gefeiert, die am Sonntag gar nicht am Start waren. Die Ersten waren sie trotzdem - in der Warteschlange für die Anmeldung zum DATEV Challenge Roth 2020 nämlich. Lucy und Ruth aus Großbritannien und Urban aus Italien sind die ersten drei Athleten, die für 2020 gemeldet haben. Und damit sie sich darauf auch richtig vorbereiten können, bekamen sie ein Trainingswochenende im Sporthotel Mohrenwirt geschenkt.

Dann feierte die große Triathlonfamilie aus Veranstaltern, Helfern, Sponsoren, Profis, Athleten und Angehörigen im voll besetzten Zelt die Top 3 aller Wertungen vom Sonntag. Und dabei wurde selbstverständlich auch auf die besonderen Bedürfnisse aller Sieger eingegangen. Und so gab es für taube Athleten nicht nur eine Simultanübersetzung in Gebärdensprache, sondern auch „sichtbaren Applaus“.

Foto: TEAMCHALLENGE, Christoph Raithel

Besonders laut wurde es dafür bei der Ehrung der Profiathleten. Unter tosendem Applaus wurden sie auf die Bühne gebeten und gefeiert. Denn: Ehre wem Ehre gebührt. Und sie genossen diese Momente sichtlich und spürbar. Vor allem selbstverständlich die beiden Sieger Lucy Charles-Barclay und Andreas Dreitz. Beide konnten ihren Triumph vom Vortag wohl immer noch nicht wirklich fassen. So gestand Lucy Charles-Barclay: „Ich habe tatsächlich auf meinem Telefon nachgeschaut und überprüft, ob das gestern tatsächlich passiert ist. Seitdem ich vom Triathlonsport wusste, wollte ich hierher kommen und dieses Rennen machen und gewinnen. Das ist der bisher der unangefochtene Höhepunkt meiner Karriere.“ Für Andreas Dreitz war der Sieg beim Heimrennen natürlich doppelt emotional: „Ich war noch nie so fertig und so überwältigt wie gestern im Ziel. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, in denen ich als Zuschauer hier war. Dass ich jetzt mit all den großen Namen hier in der Siegerliste stehen darf, das ist toll. Ein Traum ist für mich in Erfüllung gegangen.“ Doch er gab auch zu, dass das Rennen am Sonntag nicht immer leicht für ihn war: „Ich bin durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Ich habe immer versucht mich zu pushen, die anderen Jungs haben es mir nicht leicht gemacht. Ohne die viele Unterstützung der Zuschauer, der Helfer und meines Teams wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.“ Bei der Frage danach, ob er im kommenden Jahr wieder in Roth an der Startlinie stehen werde, bemühte Andreas Dreitz schmunzelnd den Blick auf die Ergebnislisten der vergangenen Jahre: „In den Siegerlisten gibt es in den letzten Jahren immer wechselnde Gewinner. Vielleicht ist es einmal Zeit für einen Titelverteidiger.“



Foto: TEAMCHALLENGE, Christoph Raithel


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