11.07.2015

Frauenpower in Pink

Geballte Frauenpower in Pink: 2000 Läuferinnen gingen bei der dritten Auflage des Challenge Women  an den Start, um eine Fünf-Kilometer-Runde zu drehen. Im Sprinttempo und mit Walking-Stöcken; vom Teenager bis zur fitten Seniorin; mit der Tochter, den besten Freundinnen, den Trainingskameradinnen: alles erlaubt, alles dabei, alles erwünscht, alles in bester Stimmung.

Tatsächlich ist dieses Gute-Laune-Gefühl von Anfang an mit dabei. Ein Massenphänomen - ähnlich dem markanten Outfit, dem knalligen Laufshirt in Pink, in das sich (fast) alle Teilnehmerinnen geworfen haben. Wie gesagt: Nur fast. Ein paar nicht zu übersehende Ausnahmen gibt es dann doch. Der lila Oktopus, ein ganzes Storchennest, das buchstäblich Beine gekommen hat, laufende Bienchen und Doppelgängerinnen der blondgelockten Cindy von Mahrzahn haben ebenfalls die Laufschuhe geschnürt. Solch originelle Kostüme haben allerdings ihren (schweißtreibenden) Preis.

Andererseits: Bei so viel Publikum ist es das doch allemal Wert. Findet auch Jasmin Ackermann. „Einfach eine tolle Atmosphäre“, sagt die wettkampfversierte Leichtathletin vom heimischen TV Büchenbach mit einem kleinen Schmunzeln. Denn die Zuschauerkulisse des Women Run toppt locker das, was die Sportstudentin sonst aus Wettkämpfen gewohnt ist.

Dabei hat die 23-Jährige genau genommen am wenigsten von der lautstarken Unterstützung. Sie ist nämlich mit einer Finisherzeit von 18:35 Minuten am kürzesten auf der Laufrunde unterwegs und kommt in dem 2000 Starterinnen zählenden Läuferfeld als Erste ins Ziel. Wieder einmal! Bereits im vergangenen Jahr war die Lokalmatadorin allen anderen davongelaufen. Platz zwei und drei gehen an weiter gereiste Starterinnen, nämlich an Eva Zweimüller aus Wien (18:41) und Lea Süß aus Erlangen (18:41).

Und doch zeigt sich, dass die heimische Läufer- und Läuferinnen (!)-Szene stark aufgestellt ist. Mit Margit Kebbel aus Roth und Andrea Dorr aus Hilpoltstein sind nämlich zwei weitere Läuferinnen aus der Triathlon-Hochburg Landkreis Roth unter den Top Ten. Und das in einem Lauf mit wirklich internationaler Besetzung, in der beispielsweise auch Frau und Tochter von „Fireman Rob“ dabei sind.

Der begnügt sich am Tag vor seinem großen Wettkampf nicht alleine mit der Zuschauerrolle - in die beim Women´s Run übrigens auffällig viele Männer begeistert schlüpfen. Er steht lachend mit im Zielraum, um den Finisherinnen pinkfarbene Armbänder als Souvenir überzustreifen. Er tut`s mit einem Dauergrinsen. Typisch amerikanisch. Sollte man meinen. Aber er kann gar nicht anders. Weil er Roth und die ganze Stimmung „absolut fantastic“ findet. 30 Charity-Rennen habe er als „Fireman-Rob“ bisher bestritten. Aber so etwas wie Roth habe er bisher noch nirgends erlebt. Spricht`s und stellt sich lachend einem Selfie mit dem blauen Oktopus.

Die Läuferin, die in dem Plüschkostüm steckt, lässt es sich nach der Finishline gut gehen. So, wie viele andere, die „pretty in pink“ den Lauf geschafft haben. Zwischen Soja-Drink und kühlem Weizen, zwischen Dirndl-Shop, Sportbrillen-Stand und Dessous (die der neue Mit-Sponsor Beate Uhse im Gepäck hat), zwischen Charity-Tattoo-Aktion von „Zonta“ und „Bärenstark“ endet der Challenge Women in lockerer Plauderrunde. So also wird Sport tatsächlich zur sprichwörtlich schönsten Nebensache der Welt.

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