13.07.2015

Das glückliche Ende eines langen Arbeitstages

Es war buchstäblich fünf vor zwölf, die letzten überglücklichen Finisher im Ziel, die Wunderkerzen abgebrannt, das Finale des Feuerwerks verraucht, die Hymnen verklungen, auch die Dankensworte der Familie Walchshöfer gesprochen, als eine Sirene den Mann ankündigte, auf den im Stadion viele noch gewartet hatten. Begleitet von jungen Feuerwehrkollegen aus Roth war Charity-Läufer Rob Verhelst alias „Fireman Rob“ der wirklich allerletzte, der sich auf der Finishline im Challenge-Stadion feiern lassen durfte. Offensichtlich erleichtert und froh, nach einem wahrhaftig langen Arbeitstag das Ziel erreicht zu haben. Gestartet in der ersten Startgruppe um 6.30 Uhr und angekommen gute 17 Stunden später.

Was ein echter Feuerwehrmann ist, für den ist keine Aufgabe zu schwer. Erst recht nicht, wenn es um die gute Sache geht. Die Fireman Rob Stiftung macht sich stark für ehrenamtliches Engagement und schwerkranke Kinder. Wie Leiden aussieht, das hat Rob Verhelst nicht nur bei seinem Einsatz im „Ground Zero“ 2001 mit eigenen Augen gesehen. Leidensfähig zeigt er sich regelmäßig mit seinen Auftritten bei Triathlonveranstaltungen in aller Welt. Seit vielen Jahren nützt der Familienvater mit dem sympathischen Lächeln seine sportlichen Auftritte als „Fireman Rob“ dafür, Menschen dazu zu bewegen, etwas gegen das Leid anderer zu tun. Die Aufschrift „Hope“ ziert die Stirnseite seines Feuerwehrhelms.

Das darf dann auch mal richtig weh tun. Wer jemals in eine vollständige amerikanische Feuerwehrkluft geschlüpft ist, der weiß: Damit möchte man kaum bis zur nächsten Straßenecke rennen müssen. Sicher aber keinen Marathon laufen. Und zuallerletzt ganz bestimmt nicht im Anschluss an 3,8 Kilometer Schwimmen und 180 Kilometer Radfahren. Immerhin: Die ersten beiden Disziplinen hatte Rob Verhelst in Sportklamotten absolviert. Als er am späten Nachmittag bei Gluthitze in der Wechselzone 2 ankam, wartete dort kein einfacher blauer Beutel mit der Nummer 77 auf ihn, sondern eine riesige schwarze Sporttasche. Darin alles, was ein Feuerwehrmann im Dienst so trägt, wenn es ernst wird. Alles, einschließlich Sauerstoffflasche und Einsatzhelm. Klar, dass so ein Wechsel etwas länger dauert als der von der Radlerhose in die Laufshort. Nach einigen Minuten im Wechselzelt jedoch war aus dem Sportsman der Fireman geworden, der sich unter dem Jubel der Zuschauer und Helfer in der Wechselzone auf den Weg hinaus auf die Laufstrecke machte. Auf eine Laufstrecke, die gefühlt mindestens doppelt so lang gewesen sein muss wie die der anderen Athleten. 

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