14.07.2015

„Das beste Rennen der Welt mit den besten Helfern der Welt“

Am fünften und letzten Tag des Rother „Sommermärchens 2015“ (Zitat: Rennleiter Felix Walchshöfer) standen sie allein im Rampenlicht: Beim großen Helferfest.

Es fand just in dem Zelt hinter der Finishline statt, in dem nur eine kurze Schlafrunde zuvor noch ein guter Teil von ihnen tausende von ausgepowerten Athleten umsonst (aber nicht vergebens) betreuten; mit Geduld, aufmerksam, freundlich, hilfsbereit, zupackend und bei Bedarf auch immer mit einem aufmunternden Wort; just auch an dem Platz, wo am Morgen die Stars des voran gegangenen Tages, die Bestplatzierten des DATEV Challenge Roth, bei der Siegerehrung im Rampenlicht standen.

Ob im Vorfeld oder in der Nachbetreuung, ob entlang der Schwimmstrecke, auf dem Radkurs oder am Rande des Marathons - Felix Walchshöfer brauchte in seiner Begrüßung alleine zehn Minuten, um die wesentlichen Stationen aufzuzählen, an denen Helfer und Helferinnen aller Generationen und mittlerweile auch unterschiedlichster Nationalitäten mit anpacken. Und zwar unabhängig davon, ob sie da nun die hochgehandelten Favoriten, wie die späteren Challenge-Sieger Nils Frommhold und Yvonne van Vlerken, das bewundernswerte Handicap-Sportler-Duo Garwood aus Südafrika, den hilfsbereiten, neuen Publikumsliebling „Firmenman Rob“ vor sich hatten; oder eben „nur“ einen ambitionierten Freizeitathleten, der sich den Traum vom Finish in Roth erfüllen wollte.

 

Knapp 6000 Menschen waren es in diesem Jahr, die hinter den Wettkampfbanden freiwillig Dienst schoben. Über Stunde, etliche sogar über Tage hinweg. Viele von ihnen waren zum Helferfest, moderiert von Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer, in die Kreisstadt gekommen. Viele hatten sich noch einmal das Helfershirt „Jahrgang 2015“ übergezogen. Irgendwie ist doch jeder so ein bisschen „Challenge familiy“. Das will gefeiert werden.

Wer feiert, lädt sich Gäste ein. Alle waren sie gekommen: Nils Frommhold, Timo Bracht und David Dellow; dazu aus der Siegerinnen-Riege Yvonne van Vlerken („mit ein bisschen Muskelkater“), Carie Lester und Anja Beranek; sie führten die Riege der „Promis“ an, die an diesem Abend mehrfach und in aller Deutlichkeit (mehrsprachig) den Hut vor den Helferinnen und Helfer zogen.

Van Vlerken: „Ihr seid einfach der Wahnsinn. Ihr seid die Champions. Als ich schon richtig grantig ( O-Ton der in Österreich lebenden Holländerin!) war, seid Ihr immer noch gut gelaunt gewesen. Kurz und knackig formulierte es der Potsdamer Frommhold: „Es war einfach wieder geil“. Netter klingt es da auf Englisch, wenn die Garwoods und Fireman Rob das gesamte Geschehen mit einem einfachen „fascinating“ umreißen.

Ihren Worten durften, mussten, konnten sie Taten folgen lassen: Die Schlange der Autogrammjäger riss über zwei Stunden hinweg nicht ab. Umso besser, wer ein Helfer-Shirt anhatte – es ließ sich flugs stilvoll in eine textile Autogrammkarte umwidmen.

Bei so viel Begeisterung auf allen Seiten, wollte sich auch Rennleiter Walchshöfer, gemeinsam mit Mutter Alice und Schwester Katrin auf der Bühne, nicht mit gepflegtem Understatement abgeben: „Die Ironman Cooperation sagte 2002, als wir mit dem Challenge anfingen, dass dieser ,Bratwurst-Triathlon in der mittelfränkischen Provinz keine Zukunft hat´, zitierte Walchshöfer aus alten Unterlagen, um dann auf die Bilanz vom Wochenende zu verweisen:

„Der DATEV Challenge Roth ist weltweit das größte Triathlonrennen auf der Langdistanz; er ist das größte Tagesevent in Bayern; wir hatten 180 TV-Sender aus aller Welt dabei; sogar aus China kamen Anfragen; wir haben mit 260 000 Zuschauern eine neue Rekordmarke erreicht“, listete er auf.

Seine Schlussfolgerung: „Roth ist die beste Triathlon-Veranstaltung der Welt, weil wir hier die besten Helfer der Welt haben.“

Bei der fast unüberschaubaren Helferschar scheint die Arbeit schon so gut wie vergessen zu sein; trotz mancher fehlender Schlafstunde, trotz mancher Blasen an den Händen und blauer Flecken. Nach großem Gratis-Büffet und Helfer-Tombola mit 1000 Sachpreisen, nach Autogrammjagd und Plausch unter Gleichgesinnten heißt es dann wie selbstverständlich: Auf Wiedersehen – bis zum nächsten Jahr!  

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