19.04.2016

Challenge überrundet Ironman in Roth

Challenge überrundet Ironman in Roth
Qualitätsmarke feiert ihren 15. Geburtstag

ROTH. Die Marke „Challenge Roth“ feiert ihren 15. Geburtstag. Mit rund 3.400 Einzelstartern und 650 Staffeln aus über 70 Nationen, einem Top-Starterfeld und rund 260.000 erwarteten Zuschauern wird der DATEV Challenge Roth, die weltgrößte Triathlon-Veranstaltung auf der Langdistanz, am 17. Juli 2016 zum 15. Mal unter dem Challenge-Label ausgetragen. Insgesamt findet das berühmte Triathlon-Festival in der europäischen Triathlon-Hochburg bereits seit mehr als drei Jahrzehnten (erste Austragung 1984) statt und ist längst Legende. Der 15. Challenge-Geburtstag, der dieses Jahr mit vielen Highlights gefeiert wird, markiert zudem den Eintritt in eine neue Ära: Ab 2016 hat die Marke „Challenge“ in Roth eine längere Tradition als zuvor Ironman (14 Jahre). Gegründet im Jahr 2002 von Herbert Walchshöfer, wurde aus dem Challenge Roth (seit 2013 DATEV Challenge Roth) in den letzten eineinhalb Jahrzehnten eine Riesen-Erfolgsgeschichte. Dabei waren die Anfänge des neuen Labels eher fränkisch-bescheiden.

Eigenständige Qualitätsmarke gegründet
Die Vorgeschichte ist bekannt, nach 14 „Ironman“-Jahren hatte es 2001 eine wichtige Zäsur gegeben: Der damalige Präsident der WTC wollte Veranstalter Detlef Kühnel unakzeptable finanzielle und organisatorische Forderungen diktieren, die dessen unternehmerische Freiheit in unzumutbarer Weise beeinträchtigt hätten. Für Kühnel war der Fall klar: Er kündigte kurzerhand den Vertrag und gab das „Ironman“-Label freiwillig und bewusst an die WTC zurück. Sein Nachfolger Herbert Walchshöfer wagte einen Neuanfang unter neuen Vorzeichen, aus dem alten „Ironman“ wurde 2002 der neue „Challenge“. Dank des schnell gefundenen Titelsponsors Quelle (dem bald die Deutsche Post, die N-ERGIE und die Sparkasse Mittelfranken-Süd als weitere Partner folgten) konnte das Traditionsrennen

im Juli 2002 erstmals als neue, eigenständige Qualitätsmarke „Quelle Challenge Roth“ in der deutschen Triathlon-Hochburg ausgetragen werden.

Bescheidene Anfänge
Sportlich war die „Challenge-Premiere“ am 14. Juli 2002 zweifellos ein Erfolg (Lothar Leder gelang der Hattrick mit einer Siegerzeit von 8:17:25 Stunden), in wirtschaftlicher Hinsicht war das Unternehmen von Herbert Walchshöfer und seiner Frau Alice in diesem ersten Jahr aber längst noch nicht in trockenen Tüchern. Zusammen mit wenigen Teilzeit-Angestellten wurde die Organisation des Wettkampfs im Keller des privaten Einfamilienhauses abgewickelt. Außer mit den räumlich beengten Verhältnissen hatten die Walchshöfers auch mit der unsicheren finanziellen Lage zu kämpfen, denn zunächst war nicht klar, ob die Athleten der neuen Marke die Treue halten würden. Da war es schon eine riesige Erleichterung, als um die Weihnachtszeit 2001 an einem einzigen Tag 25 Anmeldungen gleichzeitig (damals noch schriftlich und analog) im Briefkasten lagen - das schönste Weihnachtsgeschenk für die Familie Walchshöfer. Letztlich waren es dann 1.340 Einzelstarter (plus 520 Staffeln), die die Premiere des „Quelle Challenge Roth“ miterlebten. Ein guter Anfang, aber noch nicht genug.

Von Anfang an fest an der Seite der Familie standen die Unterstützer aus Politik und Wirtschaft in Stadt und Landkreis Roth, die Wettkampfleiter und auch die damals schon 3.000 Helfer. Nach dem Motto „Jetzt erst recht!“ packten nach der Rückgabe des Ironman-Labels alle kräftig mit an, um der neuen Marke zum dauerhaften Erfolg zu helfen. Vor allem die freiwilligen Helfer – heute sind es weit über 6.000 – sind das Herz und die Seele des Triathlon-Events. Das ist in der gesamten Triathlonwelt einzigartig.

Das Podium der Challenge-Premiere 2002 mit (von links) Mika Luoto, Cameron Brown, Sieger Lothar Leder, Thomas Hellriegel und Andreas Niedrig.


Herzschlagfinale leitet Wende ein

Die Wende kam bei der zweiten Auflage des Quelle Challenge Roth 2003 mit dem berühmt gewordenen „Herzschlagfinale“ zwischen Lothar Leder und Chris McCormack. Auf den letzten zweihundert Metern suchte Leder die Entscheidung, in einem unglaublichen Spurt gewann er drei Sekunden vor seinem Konkurrenten. Der daraufhin einsetzende Medienhype half dem „Unternehmen Challenge“ enorm, die Teilnehmerzahlen stiegen in den Folgejahren rasant an, bald durfte sich der Quelle Challenge Roth „größtes Langdistanzrennen der Welt“ nennen.

Das berühmte „Herzschlagfinale“ zwischen Lothar Leder und Chris McCormack 2003.

Ein herber Rückschlag war der Tod des Challenge-Gründers Herbert Walchshöfer im Oktober 2007. Sein Sohn Felix musste seine eigenen beruflichen Pläne ändern, übernahm mit Mutter Alice die Organisation des mittlerweile legendären Rennens, wenige Jahre später stieg auch Tochter Kathrin in die Firma ein. Bis heute ist die TEAMCHALLENGE GmbH ein reines Familienunternehmen und befindet sich zu hundert Prozent im Besitz der Familie Walchshöfer.

Roth schreibt Triathlon-Geschichte
Die Erfolge ließen in der Folgezeit nicht auf sich warten. Die Wettkämpfe sind jedes Jahr binnen Sekunden ausverkauft, weltberühmte Athleten geben sich in Roth die Klinke in die Hand, die Rekorde werden nach wie vor in Roth gemacht. 2011 fand erstmals die Offizielle Triathlon-Europameisterschaft der ETU auf der Langdistanz in Roth statt. Das glanzvolle Triathlon-Festival endete mehr als angemessen: mit einer doppelten Weltbestzeit von Andreas Raelert (7:41:33) und Chrissie Wellington (8:18:13). Das hatte es im internationalen Triathon-Zirkus zuvor noch nie gegeben, Roth schrieb wieder einmal Triathlon-Geschichte.

Andreas Raelert stellte bei seinem Sieg 2011 die bis heute gültige Weltbestzeit von 7:41:33 Stunden auf – Jan Frodeno will sie in diesem Jahr pulverisieren.

Es „regnete“ Preise und Auszeichnungen: Ab 2011 wurde der Challenge Roth (bislang) fünf Mal in Folge mit dem „Triathlon Award“ als „Bestes Rennen des Jahres/Langdistanz“ ausgezeichnet. 2015 gingen unglaubliche 43 Prozent der Stimmen nach Roth, das erneut alle anderen Triathlon-Events weltweit mit großem Abstand (Ironman Hawaii 16 Prozent, Ironman Frankfurt 13 Prozent) hinter sich lassen konnte.

Geburtstagsgeschenke für Athleten und Zuschauer
Mit dem besten Triathleten der Welt, dem Olympiasieger von 2008 und aktuellen Hawaii-Sieger Jan Frodeno, feiert der DATEV Challenge Roth am 17. Juli 2016 seinen 15. Geburtstag. Für seine Roth-Premiere hat der Weltmeister angekündigt, die Weltbestzeit von Andreas Raelert zu pulverisieren. Die Augen der Triathlonwelt werden an diesem Tag wieder einmal auf Roth gerichtet sein, um „Frodo“ und den DATEV Challenge Roth zusammen mit Athleten und Zuschauern aus aller Welt zu feiern. Für das Familienunternehmen der Walchshöfers, für die treuen Wettkampfleiter, den gesamten Triathlon-verrückten Landkreis und die freiwilligen Helfer ist die Tatsache, dass der Triathlon-Weltmeister sich bewusst für einen Start beim DATEV Challenge Roth statt beim Ironman Frankfurt entschieden hat, eine schöne Bestätigung für die stetige Investition in Service und Qualität des Wettkampfs – ein „Ritterschlag“ sozusagen.

Am 15. Geburtstag des Challenge Roth feiert das „Unternehmen Challenge“ nicht sich selbst, sondern seine Athleten und Fans: Neben dem größten Geburtstagsgeschenk – dem Start von „Frodo“ – gab es schon im Vorfeld diverse Serviceverbesserungen wie eine erstmalige Warteliste für Startplätze und ein besonderes Anmeldeverfahren für Starter aus dem Landkreis. Beim Rennen selbst dürfen sich die Finisher über einen besonders hochwertigen Rucksack, aufwändig produzierte Medaillen und noch schönere Finisher-Shirts freuen. Für alle Challenge-Fans gibt es eine neue, trendige Merchandising-Kollektion. Titelsponsor DATEV, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Firmenjubiläum feiert, stattet alle Zuschauer mit DATEV-grünen Caps aus. Bei mehreren zusätzlichen Stimmungsnestern können die Zuschauer das berühmte Challenge-Feeling live erleben. Im Triathlon-Park erinnern 15 Stelen an die Highlights der bisherigen Challenge-Ge-schichte. Nicht zuletzt werden auch die Finishline-Party und ein neu konzipiertes Abschlussfeuerwerk weitere emotionale Akzente zum 15. Geburtstag setzen.

Fotos: TEAMCHALLENGE GmbH

 

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