08.07.2012

Roth bleibt fest in britischer Hand

Es war fast ein Start-Ziel-Sieg: Die Engländerin Rachel Joyce hat den Challenge Roth in 8:45:04 Stunden gewonnen und sich damit die Goldmedaille bei der Offiziellen ETU-Europameisterschaft über die Triathlon-Langdistanz gesichert. Joyce kam nach 3,8 km Schwimmen schon als zweitschnellste Frau hinter der Tschechin Lucie Zelenkova-Reed aus dem Wasser, übernahm auf den 180 Radkilometern schnell das Zepter und gab die Führung auch auf der Marathonstrecke nicht mehr her.

Joyce ist gewissermaßen die logische Siegerin. Denn immerhin ist die 34-Jährige die amtierende Langdistanz-Weltmeisterin. Deshalb war sie als ausgemachte Favoritin bei diesem weltweit größten und neben Hawaii auch traditionsreichsten Langdistanz-Triathlon an den Start gegangen.

 


Joyce tritt das Erbe ihrer Landsfrau Chrissie Wellington an, die in den vergangenen drei Jahren in Roth gewonnen und dabei jeweils neue Weltbestzeiten aufgestellt hatte.

 

Eine Weltbestzeit lag diesmal außerhalb der Reichweite. Es blieb zwar trocken, doch auf den Radrunden blies den Athleten bisweilen ein böiger Wind entgegen. Joyce konnte aber auch gar keinen Blick auf die Uhr riskieren, sondern musste die jagende Konkurrenz immer im Auge behalten. 4:35 Minuten Vorsprung nach Schwimmen und Radfahren auf die überraschend starke Holländerin Mirjam Weerd waren schließlich kein Ruhekissen.

 

Zwar fiel Weerd noch bis auf Rang sechs zurück, dafür kam aber Sonja Tajsich von hinten heran. Die Regensburgerin, die vor zehn Jahren zuletzt in Roth am Start war, lag schon nach Schwimmen und Radfahren auf Platz drei und richtete als bekannt starke Läuferin den Blick nach vorne. Bis auf 4:43 Minuten konnte sie den Rückstand auf Joyce, der nach dem Radfahren noch 8:49 Minuten betragen hatte, verkürzen. Im Ziel jubelte Tajsich über Platz zwei und die ETU-Silbermedaille sowie ihre Weltklasse-Zeit von 8:49:47 Stunden.

Auch Rang drei ging an eine deutsche Athletin. Vorjahres-Zweite Julia Gajer musste sich diesmal mit dem Bronze-Platz zufrieden geben. Vor allem auf dem Rad hatte sie Mühe, mit den Schnellsten mitzuhalten. Auf den 42,195 Laufkilometern biss sie dann die Zähne zusammen und ihre Zeit von 8:57:02 Stunden war nur unwesentlich schwächer als im Vorjahr.

Insgesamt vier Frauen blieben bei diesem Europameisterschaftsrennen unter der magischen Neun-Stunden-Marke. Als vierte schaffte dies die Neuseeländerin Gina Crawford in 8:59:35 Sekunden. Während sie ins Ziel kam, blickte Siegerin Rachel Joyce schon auf ein aus ihrer Sicht unglaubliches Rennen zurück: „Es wird immer in meinem Gedächtnis bleiben.“

 

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