17.05.2011

Challenge-Teilnahme als “icing on the cake”: Triathlon-Legende Dirk Aschmoneit kommt zurück nach Roth

ROTH. Nach der Startzusage der „Triathlon-All-Stars“ Jürgen Zäck und Lothar Leder beim 10. Challenge Roth am 10. Juli hat nun mit Dirk Aschmoneit ein berühmter Top-Athlet der allerersten Stunde ebenfalls seine Teilnahme angekündigt. 1986 hatte der heute 49-Jährige den noch als Deutsche Meisterschaft ausgetragenen Rother Triathlon-Wettbewerb gewonnen, beim ersten Ironman Roth 1988 wurde er glänzender Zweiter hinter Axel Koenders, der damals in Roth eine neue Weltbestzeit aufstellte. Im gleichen Jahr errang Aschmoneit den siebenten Platz beim Ironman Hawaii. Anfang der neunziger Jahre dominierte er zusammen mit Jürgen Zäck und Wolfgang Dittrich das Geschehen auf der Ironman-Distanz und konnte 1991 als erster Deutscher in Neuseeland einen Ironman gewinnen – mit neuem Streckenrekord. Obwohl er bei seinen weiteren Starts in Roth in den Jahren 1989 bis 1991 keinen Platz auf dem Siegertreppchen mehr holen konnte, ist der „German Rambo“ genannte erste deutsche Profi-Triathlet bis heute eine Triathlon-Legende und vor allem in Roth unvergessen.

 


1991 heiratete Aschmoneit die gebürtige Amerikanerin Elizabeth – die Hochzeitsreise führte nach Roth – und wanderte mit ihr in die USA  aus. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Kindern Anastasia (12) und Nicholas (14) lebt er bis heute in Cardiff-by-the-Sea in Kalifornien und ist beruflich als Leitender Ernährungswissenschaftler für PowerBar USA im Nestle-Konzern erfolgreich.

Seine Triathlon-Karriere hatte der charismatische Athlet 1994 wegen eines gebrochenen Lendenwirbels zunächst beenden müssen. Später stellte sich heraus, dass er sich bereits im Alter von neun Jahren das Rückgrat beim Sturz von einem Baum gebrochen hatte, was erst achtzehn Jahre später diagnostiziert wurde. 2003 unterzog er sich zwei Operationen und konnte schließlich 2008 beim Ironman Arizona sein Comeback als Agegrouper feiern. Prompt gewann er den Wettkampf in seiner Altersklasse der 45-49-Jährigen und qualifizierte sich mit einer Zeit von  9:35 Stunden für Hawaii. „Aber irgendwie sollte mir ein Hawaii-Start wieder versagt sein. Im Frühjahr 2009 wurde bei einer Routineuntersuchung eine lebensbedrohende Krankheit bei mir diagnostiziert, und das bedeutete Ruhestand Nummer zwei“, teilt Dirk Aschmoneit aus Kalifornien mit.

„Als Felix im Februar die Einladung rüberschickte,  war ich gerade am Ende meiner Behandlung, und ich glaube nicht an Zufälle. Eine Motivation, die Maschine wieder in Schwung zu bringen, war das Einzige, was noch fehlte.  Ich kann mir keinen besseren Neuanfang vorstellen als in Roth. Die Zuschauer und freundliche Atmosphäre verleihen einem Flügel, und das Spektakel in Roth mit meiner Familie zu teilen, ist the “icing on the cake”, wie man in den USA sagt.

Auch für Challenge-Veranstalter Felix Walchshöfer ist die Wiederkehr der Triathlon-Legende zum zehnjährigen Jubiläum nach Roth das Sahnehäubchen der Feierlichkeiten, seine Antwort an Dirk: „Ich freue mich wie verrückt auf dich und deine Familie!“

Was er sich für Roth vorgenommen hat? Eine schwere Frage, befindet Aschmoneit: „Roth ist für mich ein sehr emotionales Rennen, und ich verdanke der Stadt Roth und allen Helfern beim Challenge Roth sehr viel. Ohne die Hilfe und Unterstützung der Stadt, der Helfer und Organisatoren wäre dieses Sportspektakel gar nicht möglich! Roth ist wie eine Familie für mich, und ich bin irgendwie sehr traurig, dass ich den Erwartungen der Zuschauer nach 1988 nicht mehr gerecht werden konnte. Ich weiß, dass meine Leistungs- und Siegerjahre vorbei sind,  aber vielleicht kann ich jetzt etwas an den Sport auf einer anderen Ebene zurückgeben. So würde ich gern für den Challenge Roth eine Goodwill-Kampagne aufbauen, die dem Triathlon-Jugendsportentwicklungsprogram bei der TSG Roth zu Gute kommt“.

 

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