21.04.2011

Das heißeste Duell des Jahres

Beste Triathleten der Welt beim Jubiläums-Challenge in Roth / Chrissie Wellington will den Hattrick



ROTH. Das weltweit heißeste Triathlon-Duell des Wettkampfjahres 2011 gibt es am 10. Juli beim 10. Challenge Roth: Top-Athlet Sebastian Kienle wird der Herausforderer des (wie bereits bekannt gegeben) Hawaii-Zweiten und Ironman Frankfurt-Siegers Andreas Raelert, dessen Premierenstart beim „Best Old Race“ in der Szene hohe Wellen geschlagen hat. Damit treten zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte des Challenge Roth zwei Deutsche aus der Weltspitze beim Kampf um die Krone des Triathlonsports gegeneinander an. Bei dieser Konstellation liegt eine mögliche Weltsensation schon in der Luft: Beide Athleten haben das Zeug, im Jubiläumsjahr den elf Jahre alten Allzeit-Rekord des Belgiers Luc van Lierde (7:50:27 Stunden) endlich zu pulverisieren und in Roth eine neue Bestmarke aufzustellen. Der 26-jährige Kienle, im Vorjahr bei seiner allerersten Langdistanz auf Anhieb Zweitplatzierter in Roth, der sich damals nur dem Dänen Rasmus Henning geschlagen geben musste, hatte mit seiner Fabelzeit von 7:59:06 Stunden bereits die magische Acht-Stunden-Marke unterboten und ganz nebenbei auch noch den Rother Radrekord gebrochen. Die neue Wettkampfsaison hat für Kienle perfekt begonnen: Erst vor wenigen Tagen konnte er den Ironman 70.3 in New Orleans souverän gewinnen. Im „Duell der Giganten“ werden sowohl Raelert als auch Kienle an ihre Grenzen gehen, Pace machen und vielleicht - ideale Wettkampfbedingungen vorausgesetzt - die Sensation ermöglichen. Im Schwange ist das bisher Undenkbare schon seit dem letztjährigen Challenge Roth: Da schrammte Rasmus Henning mit 7:52:36 Stunden nur haarscharf an van Lierdes alter Weltbestzeit von 1997 vorbei. Mit Andreas Raelert und Sebastian im Zweikampf könnte es diesmal klappen - Spannung ist garantiert.



Ganz vorne in die Entscheidung eingreifen könnten aber auch weitere Top-Athleten, die Challenge-Veranstalter Felix Walchshöfer für das Jubiläumsrennen verpflichten konnte: Der Südafrikaner James Cunnama (Vorjahres-Sechster in Roth, Gewinner IM Florida 2010, Dritter IM Südafrika 2011) oder auch der Franzose Christophe Bastie (4. Platz IM Florida 2008, 5. Platz IM Florida 2009, 10. Rang beim Ironman Wisconsin letztes Jahr). Zu rechnen sein wird auch mit „Kiwi“ Keegan Williams (Vierter IM Neuseeland 2011, Zweiter Challenge Wanaka 2009 und Dritter 2010) sein, ebenso mit dem Kanadier Luke Dragsta und dem Deutschen Clemens Coenen. Nicht zuletzt gibt es zum Jubiläum auch ein Wiedersehen mit den Rother „Triathlon-Legenden“ Lothar Leder (fünf Mal in Roth) und Jürgen Zäck (sechs Mal in Roth).


Triathlon-Queen Chrissie Wellington will den Hattrick
Im Wettkampf der Frauen will die dreifache Weltmeisterin und zweimalige Challenge-Siegerin Chrissie Wellington, die in den letzten beiden Jahren jeweils überragende neue Weltbestzeiten in der Triathlon-Hochburg Roth aufstellte und damit einen regelrechten Hype entfachte, nach Hawaii nun auch in Roth den Hattrick schaffen. 2010 hatte die sympathische, von ihren Fans „Muppet“ genannte Britin ihren eigenen Rekord um weitere fast 12 Minuten unterboten und war in einer bislang für absolut unmöglich gehaltenen Siegerzeit von 8:19:13 Stunden und als Siebte im Gesamtklassement sogar in Männerdomänen eingebrochen. Damit hatte der Challenge Roth wieder einmal Triathlon-Geschichte geschrieben. Die beste Triathletin der Welt gilt mit elf Langdistanz-Rennsiegen in Folge - zuletzt am 10. April beim IM Südafrika - im Moment als uneinholbar und nicht zu schlagen, außer von sich selbst. Dennoch bezweifeln selbst Experten, ob nach menschlichem Ermessen ein weiterer Rekord in Roth für die Ausnahme-Athletin (die übrigens auch die „bestüberwachte“ Triathletin der Welt ist und auf ihrer Homepage sämtliche Doping-Protokolle lückenlos veröffentlicht) überhaupt denkbar ist. Doch für die 34-jährige Chrissie Wellington („Roth - one of the oldest and simply the best triathlon race in the world!“) scheint nichts unmöglich zu sein.



Trotz übermächtiger Konkurrenz geht bei den Frauen im Jubiläumsjahr ein absolutes Weltklassefeld an den Start. Mit dabei ist wieder die 31-Jährige Australierin Rebekah Keat. In Roth im letzten Jahr Zweite, konnte sie die Wettkämpfe der Challenge-Weltserie in Kopenhagen, Frankreich und im Kraichgau für sich entscheiden, errang darüber hinaus den zweiten Rang in Wanaka und ging beim Ironman Louisville letzten August als Siegerin über die Finishline. Zu ihren stärksten Rivalinnen gehört die Schottin Catriona Morrison, die 2009 beim Challenge Roth die schnellste Debüt-Zeit auf der Langdistanz geschafft hatte, 2010 trotz Radpanne den Ironman Lanzarote gewann und kürzlich mit einem Sieg beim IM 70.3 Texas erfolgreich in die neue Saison gestartet ist. Ganz vorne dabei sind sicherlich auch die wieder in Deutschland lebende Celia Kuch (2010 Fünfte beim Challenge Wanaka, jeweils Sechste beim Challenge Barcelona und Walchsee), die fünffache Ironman-Siegerin Heather Gollnick (USA), die Niederländerin Sonja Jaarsveld (unter anderem Fünfte beim IM Südafrika und Sechste beim Challenge Kraichgau 2010) und die schnelle Neuseeländerin Belinda Harper. Harper hatte beim Challenge Wanaka im Januar nach einem Sturz vom Rad ihrer Namenskollegin Belinda Granger den Vortritt überlassen müssen – in Roth könnte der Spieß umgedreht werden. Jedenfalls wird auch die mittlerweile 41-jährige Granger, Publikumsliebling mit „Fast-Zweitwohnsitz Roth“, bei ihrem Lieblingswettkampf in die Vollen gehen – ihr vierter Platz im letzten Jahr beweist, dass sie es noch kann.



Die starke Verbundenheit mit der Heimat spornt auch die Starter aus dem Landkreis immer wieder zu Höchstleistungen beim Challenge Roth an. Bernd Eichhorn, der schon zwei Mal den Ironman Wisconsin unter den Top Ten finishte und sich 2009 beim Challenge Barcelona den dritten Rang in einer Fabelzeit von 8:26:03 Stunden erkämpfte, ist immer wieder für Glanzleistungen gut. Und sein Kollege Michael Hofmann aus Pleinfeld, 2009 Weltmeister der Firefighter-WM beim Challenge Roth, will ein starkes Ergebnis im Gesamtklassement, aber unbedingt auch seinen Feuerwehr-Titel zurück-holen. Sein Dauerkonkurrent, der Este Margus Tamm, steht schon in den Startlöchern.
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