22.04.2011

Zwei Duellanten, die sich mögen

Für die Kameras posierten die beiden Favoriten des 10. Challenge Roth, Andreas Raelert und Sebastian Kienle, bei der N-ERGIE-Pressekonferenz in Nürnberg als eiskalte „Duellanten“. Doch schnell wurde klar: Obwohl die beiden Tops (übrigens auch beim Challenge Kraichgau) beim „heißesten Duell des Jahres“ gegeneinander antreten und alle beide unbedingt gewinnen wollen, mögen sich die zwei im „wirklichen Leben“ richtig gern und haben gegenseitig großen Respekt vor ihrer sportlichen Leistung. Damit passen sie perfekt zur sportlichen Philosophie der „Challenge-Family“.

 

Für Felix Walchshöfer ist der Start der beiden Weltklasse-Athleten im Jubiläumsjahr „das größte Geburtstagsgeschenk überhaupt. Das Duell war ein Wunschtraum von mir, der wahr geworden ist“, freute sich der Challenge-Veranstalter.

 

Kampfpose fehlgeschlagen: Andreas Raelert (links) und Sebastian Kienle hatten viel zu viel Spaß miteinander.
(Fotos: Luise Köstler)

 

Roth-Neuling Andreas Raelert, aktueller Vize-Weltmeister und Europameister, fiebert seiner Premiere beim „Best Old Race“ regelrecht entgegen: „Das Rennen hat ja einen ausgezeichneten Ruf, vor allem auch wegen des familiären Charakters soll die Atmosphäre einmalig sein. Für mich ist der Start in Roth ganz klar nach Hawaii der zweite große Saisonhöhepunkt“. Der Rostocker, der noch nie unter acht Stunden gefinisht hat, hat sich auf den schnellen Rother Strecken einiges vorgenommen: „Ich denke, wer dieses Rennen gewinnen will, muss in die Nähe der bisherigen Weltbestzeit kommen“. Die liegt bekanntlich bei 7:50:27 Stunden und stammt immer noch aus dem Jahr 1997. Dass die Bestmarke heuer fällt, hält Raelert aber für „durchaus realistisch“. Trotzdem weiß der 34-Jährige ganz genau, dass er den Sieg längst noch nicht in der Tasche hat. Über den acht Jahre jüngeren Kienle, der im letzten Jahr als erster Rookie die Acht-Stunden-Schallmauer durchbrochen hat, meint der Vize-Weltmeister: „Sebastian ist eins der größten Talente überhaupt – neben meinem Bruder“.

 

„Ich habe mir für Roth keinen zweiten Platz vorgestellt“, kontert Sebastian Kienle, der 2010 mit seinem furiosen Höllenritt den Sprung in die Weltspitze geschafft hat, meint aber auch: „Diesmal wird mir der Andi zeigen, wo der Hammer hängt. Wenn ich gewinne, wird der Sieg ordentlich was wert sein“. Und, zum Vergnügen der Zuhörer: „Nach einem Sieg über den Andreas könnte ich meine Karriere eigentlich beenden“. Nach dem kleinen Scherz kam dann aber die Kampfansage: „Ich werde dafür sorgen, dass das Rennen nur in neuer Weltbestzeit zu gewinnen ist“. Der Vize-Weltmeister nahm’s mit feinem Lächeln zur Kenntnis. Und die Zuschauer dürfen sich am 10. Juli auf ein extrem spannendes Rennen freuen.

 

 

Freuen sich auf das "heißeste Duell des Jahres" im Kraichgau und in Roth: Felix Walchshöfer, Andreas Raelert, Kathrin Walchshöfer, Sebastian Kienle und Kraichgau-Veranstalter Björn Steinmetz (v.l.n.r.).

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