18.07.2010

Erneut Weltrekord für Triathlon-Queen Chrissie Wellington

Triathlon-Weltmeisterin Chrissie Wellington (GB) hat das Unglaubliche wahr gemacht und in neuer Weltbestzeit von 8:19:13 Stunden den 9. Challenge Roth absolut souverän gewonnen. Mehr noch: Die schnellste Triathletin der Welt und aktuelle Hawaii-Siegerin aus Suffolk unterbot ihren eigenen, im Vorjahr beim Challenge Roth aufgestellten Weltrekord von 8:31:59 Stunden (schon dies 2009 eine Sensation) um weitere nahezu 12 Minuten. Mit ihrer Fabelzeit, die in die Triathlon-Geschichte eingeht, landete sie darüber hinaus auf Platz 7 im Gesamtklassement und verwies sogar namhafte männliche Top-Athleten der Weltspitze auf die Plätze. Mit ihrer unglaublichen Siegerzeit stieß die Engländerin in Sphären vor, die bis vor kurzem noch den Männern vorbehalten schienen, Auch die von ihr gelaufene Marathonzeit von 2:48:54 Stunden bestätigt dies. Mit der unfassbaren Superleistung stellte Wellington auf eindrucksvolle Weise klar, dass sie derzeit und wohl auch in absehbarer Zeit von niemand zu schlagen ist – außer von sich selbst.



"Ich dachte, wenn ich überhaupt diesen Rekord noch einmal schlagen könnte, dann vielleicht um ein paar Sekunden", sagte die von ihren Freunden "Muppet" genannte Weltklasse-Athletin nach ihrem Rekordritt. "ich kann einfahc nicht glauben, was heute passiert ist. Für dieses Ergebnis habe ich selbst keine Erklärung. Allerdings war die Laufstrecke durch die Innenstadt pure Energie für mich, die Menschenmassen und ihre Begeisterung haben mich absolut beflügelt. Und für mich war es auf dem Rad auch von Vorteil, dass ich diesmal die Strecke kannte, das macht auf jeden Fall einen Unterschied. Ich wollte heute zeigen, wozu Frauen im Triathlon imstande sind. Wo die Schallgrenze liegt? Ich glaube, es gibt keine Limits".



Race Director Felix Walchshöfer fiel vor Chrissie Wellington auf die Knie.



In einer "tollen Rolle" kugelte die lachende Weltrekordhalterin anschließend übermütig über den roten Teppich.

Die Übermacht Wellingtons musste auch Rebekah Keat, die Zweitplatzierte, anerkennen. „Ich weiß nicht, wie ich Chrissie jemals besiegen soll“, sagte die Australierin leicht frustriert im Ziel. Vom Schwimmen über den Radsplit bis hin zum Marathon hatte sich ihr Rückstand auf fast unglaubliche 32:57 Minuten summiert. Dabei würde ihre Zeit von 8:52:10 Stunden wohl bei fast allen Langdistanz-Rennen zum Sieg reichen. Nur Chrissie Wellington, Yvonne van Vlerken, Sandra Wallenhorst und Rebekah Keat selbst – im Vorjahr in Roth – haben bisher schnellere Zeiten stehen. Der neuen und alten Weltrekordhalterin Wellington empfahl Keat lachend: "Sie sollte im Männerrennen starten".



Rebekah Keat als Zweite im Ziel...


...gefolgt von Tereza Macel aus Tschechien.

Während Wellingtons Sieg und Keats Silberjagd das Vorjahresergebnis exakt wiederholten, gab es auf Platz drei ein neues Gesicht. Die Tschechin Tereza Marcel war nach 9:09:29 Stunden in persönlicher Bestzeit im Ziel. Und sie hatte allen Konkurrentinnen eines voraus: Sie durfte als beste Schwimmerin des Feldes wenigstens kurzzeitig das Gefühl genießen, wie es ist, vor Chrissie Wellington zu liegen.


ERGEBNISSE

1) Chrissie Wellington (GBR) (50:28/4:36:33/2:48:54) 8:19:13
2) Rebekah Keat (AUS) (52:14/4:56:44/3:00:06) 8:52:10
3) Tereza Macel (CZE) (50:18/4:58:46/3:16:56) 9:09:29
4) Belinda Granger (AUS) (52:18/4:56:46/3:23:18) 9:15:25
5) Dagmar Matthes (GER) (54:48/5:10:53/3:22:59) 9:32:05


Fotos: Claudia Weinig, Robert Gerner und Jürgen Dennerlohr

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