04.05.2009

Marke Challenge bleibt eigenständig - Walchshöfer: "Übernahme kommt auf keinen Fall infrage"

Nach einem Bericht von FR-online, der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 3. Mai, hat ein neuer privater Eigentümer der World Triathlon Corporation (WTC) , das Private-Equity-Unternehmen Providence mit Sitz in New York, die Agentur Xdream Sports & Events GmbH von Kurt Denk erworben. Der Ironman Frankfurt-Veranstalter und seine Angestellten sollen laut diesem Medienbericht künftig als "offizielle Europa-Vertretung des Weltverbandes" mitreden, welche Rennen auf europäischem Boden mit einem Ironman-Label in der Langdistanz versehen werden. Die Idee sei auch, so der Bericht weiter, ein zweites Rennen 2010 in Deutschland zu installieren, "dies könnte auch das fränkische Roth sein".

Das fränkische Roth, das nicht etwa - wie der Bericht behauptet - " seinen Ironman-Status bekanntlich 2002 an Frankfurt verlor", sondern aufgrund unzumutbarer Forderungen des damaligen WTC-Präsidenten Lew Friedland das Label 2001 dankend ablehnte, ist unter der neuen Marke "Challenge" seit 2002 Austragungsort der weltgrößten Triathlonveranstaltung in der Langdistanz. Die TEAMChallenge GmbH mit Sitz in Roth veranstaltet mittlerweile nicht nur den legendären "Quelle Challenge Roth", sondern eine weltweite Challenge-Serie mit - in diesem Jahr - bereits sechs lizensierten Challenge-Wettkämpfen (Lang- und Halbdistanz) in Neuseeland, Frankreich, Spanien und Deutschland. Verträge mit weiteren Lizenznehmern in mehreren europäischen Ländern ab 2010 sind bereits unter Dach und Fach oder stehen kurz vor dem Abschluss.  

Eine Übernahme des Flaggschiffs "Quelle Challenge Roth" oder eine seiner Lizenzveranstaltungen - durch wen auch immer   - steht für das erfolgreiche Unternehmen TEAMChallenge daher auf keinen Fall zur Debatte. Challenge-Veranstalter Felix Walchshöfer erklärt mit großer Bestimmtheit: "Wir werden uns diesem Ansinnen auf gar keinen Fall unterwerfen, für mich wäre das Verrat an der eigenen Sache, an unseren Athleten und Helfern". Die Challenge-Serie sei anders aufgebaut, die familiäre Atmosphäre und das menschliche Miteinander stünden hier stets im Vordergrund.

Große Bedenken hat Walchshöfer in Bezug auf die Beweggründe des Private-Equity-Unternehmens, die Denk-Firma aufzukaufen. "Ich fürchte, hier könnten Heuschrecken am Werk sein, die am Triathlonsport überhaupt kein Interesse haben. Grundsätzlich ist es bei den berüchtigten riskanten Hedge-Fonds doch ganz egal, ob es um einen Autozulieferer geht oder beispielsweise um eine Triathonveranstaltung".

Dafür, dass die WTC über die Weltkonkurrenz des Challenge-Labels nicht gerade erfreut ist, "vielleicht sogar Angst vor uns hat", hat der Challenge-Veranstalter sogar Verständnis. "Wir wachsen weiter, der Erfolg gibt uns Recht. Das Ironman-Label brauchen wir dafür längst nicht mehr." Für den Ironman und die WTC, befürchtet Walchshöfer, seien die jüngsten Entwicklungen vermutlich keine gute Zukunftsbasis. " TEAMChallenge hingegen will auch künftig seine Eigenständigkeit bewahren und seine Entscheidungen selbst treffen".
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