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Die besten Triathlon-Zuschauer der Welt feiern ihre "Stars"
In Roth sind die Helden niemals einsam
Um die 800 Meter sind es, wenn die Marathon-Läufer beim Quelle Challenge das erträumte und strahlende Ziel im Triathlon-Park von Roth wie eine Fata Morgana vor Augen haben: Vorbei an den beleuchteten Türmen der katholischen Kirche, dann endlich wieder die ersten treuen Fan-Gruppen spät in der Nacht, das vorsichtige, fast vertraute Überqueren der Bahngleise, wo vor weiß wie vielen Stunden der letzte Akt begann. Noch einmal ein letztes, kurzes Eintauchen in das diffuse Licht der mittlerweile leeren Straße hinter dem Triathlon-Park - zu dem, was gleich kommt, der totale Kontrast. Schließlich aber Lichtgirlanden und endlich, die ersehnte Gerade mitten hinein in das Ziestadion - jetzt bist du auf dem "Highway der Gefühle".
Ein Taumel der Gefühle
Noch hundert Meter bis zur Jubelorgie, noch 160 Meter zum Ziel - ein Traum, der von den Helden der Nacht geträumt wird, und der alles vergessen macht, was seit dem Start am Europakanal durchlebt, durchlitten, nachgerechnet und verflucht wurde, 226 Scheiß-Kilometer lang. Aber jetzt kommt Roth, und jetzt sind sie gleich da, die besten Zuschauer der Welt. Jetzt kommt gleich der Augenblick der Augenblicke, das Einsaugen der Stimmung, die reichliche Belohnung für manche Entbehrung und oft endlose Trainingseinheiten. Alles vergessen, denn jetzt jubeln sie - nur für dich... Sie stehen zu Hunderten zu Tausenden auf den Tribünen, um ihre Triathleten - ihre Helden - anzufeuern. Und oft geht alles wie in Zeitlupe, gerade auf den allerletzten Metern zum Ziel. Dort ist nach 14, 15 oder 16 Stunden nur noch Raum für Gefühle: Ein bisschen Sterben, um dann in Roth im Triathlon-Park wieder aufzustehen, um dort, genau dort für wenige Augenblicke der Größte zu sein: wie ein Zäck, ein Leder, ein Hellriegel, ein Ried, ein Lierde, ein Kiuru, ein Allen, ein Al-Sultan, ein McCormack ... alle haben sie dort ihre unbeschreibliche Jubelorgie abgekriegt.
Empfang für die Helden der Nacht
Für die Besten der Szene geht es dort immer wieder um die Acht-Stunden-Marke, möglichst auch deutlich darunter, oft wegen viel Geld, natürlich um die Streicheleinheiten der Medien nach getaner Arbeit. Vorher setzt aber ein Orkan ein, der die Moderatoren zu Statisten macht. Glanzvolle Siege hin, Fabelzeiten her: Wenn die Helden der Nacht kommen, wenn zuerst die Dunkelheit hereinbricht, wenn die Lichter angehen, und wenn vor allem die Zuschauer wieder zu "ihrem" Spektakel pilgern, wenn kein Platz mehr auf den Tribünen frei ist, dann, genau dann ist das Triathlonfieber in Roth ausgebrochen, und zwar wie sonst nirgendwo auf der Welt. Die Rother feiern seit 20 Jahren ihre Stars der letzten Stunden so wie die ganz Großen am frühen Nachmittag. Musik und Jubel, Tränen und Freudentaumel, viele kleine Geschichten um die unbekannten Stars und Feelings pur bestimmen die letzten zwei Stunden von Roth. Ein Hexenkessel der Gefühle ist der Dank für diejenigen Sportlerinnen und Sportler, die auf die endlose Reise gegangen sind, um dabei zu sein, um Roth zu erleben, um eigene Grenzen auszumachen, um immer wieder aufzustehen. Dafür revanchieren sich die Zuschauer als hätten sie ein schlechtes Gewissen wegen Nichtteilnahme mit grenzenlosem Jubel für jeden einzelnen Teilnehmer.
Roth ist wie Heimkommen
Wer einmal auf der Geraden in das Zielstadion gelaufen oder auch nur getrabt ist, wird wohl dieses Gefühl des Heimkommens nie mehr los - warum sonst gibt es in Roth so viele treue Teilnehmer? Das spüren die Zuschauer ganz genau. So empfängt der Triathlon-Park seine müden Helden wie die Allergrößten. Kein Wunder, dass Roth in der Beliebtheitsskala so weit oben steht. Wo sonst nehmen die Eisernen nach 15 oder 16 Stunden die Kraft her, Freudentänze aufzuführen, nochmals und nochmals durch das Jubel-Rund zu laufen, im Ziel Glückwünsche zu empfangen und Grüße zum Sprecherturm zu rufen. Die Helden sind zwar müde, aber auf den Punkt genau topfit, um all das aufzunehmen, was das Rother Publikum für jeden Einzelnen bereithält, nämlich ein Höchstmaß an Anerkennung - und vor allem größte Zuneigung für die "Spätheimkehrer", wenn nicht sogar eine Art Liebe... Wenn sich unter die Heimkehrer ein "Handicap" mischt - was gerade um diese Zeit nicht selten vorkommt - kennt die fränkische Zurückhaltung überhaupt keine Grenzen mehr. Selbst die hochkarätigsten Interview-Partner aus Starkreisen interessieren dann keinen Menschen mehr, schließlich sollen bei "One Moment in time" oder "This is my way" erst einmal die Hauptdarsteller empfangen werden. Und die Zuschauer tun das mit großer Hingabe: leidenschaftlich, kenntnisreich, aufopferungsvoll auf ihre Art eben, immer wieder und wieder - Tausende zeigen, warum Triathlon gerade in Roth so schön sein kann.
Die Wechselwirkung von Geben und Nehmen
Zu dieser Stunde versammeln sich nicht nur die Großen der Zunft, um den "Kollegen" die gebührende Ehre zuteil werden zu lassen. Alle Wettkampfleiter sind da, alle Damen der Meldestelle, alle "Erstversorger" und der Racedirektor sowieso. Es ist die Stunde der Helden, die in Roth niemals einsam sind. Und genau das macht den Ruf und den Zauber von Roth. "Faszination Triathlon" heißt das schon seit Jahren. Aber dieses Attribut passt eben nur zur europäischen Triathlonhauptstadt, da können sich andere Ausrichter noch so anstrengen. Roth ist eben Roth, weil da zum rechten Zeitpunkt alles zusammen spielt: Triathlon-Harmonie als Wechselwirkung von Geben und Nehmen. Egal ob lauer Sommerabend oder ungemütliches Sauwetter. "Wir-Gefühl" heißt das dann ein wenig cool, obwohl manchem dabei das Herz überläuft, weil in Roth mehr dahinter steckt als nur die perfekte Leistung eines eingespielten Teams. Wenn dann zum Zielschluss das große Hochfeuerwerk losgeht, wenn die Sektkorken knallen, und trotzdem immer noch jedem Finisher die Ehre gebührt, dann ist das wie ein Sahnehäubchen des Triathlon.
Dass der Racedirektor um diese Zeit auch noch, wenn es sich denn ergibt, einen völlig erschöpfen, aber total glücklichen Spätfinsher-Schützling in sein etwas entlegenes Quartier fährt, ist überhaupt kein Gerücht. Im Gegenteil, es passt genau ins Bild der Veranstaltung, von der manchmal nicht einmal Insider so genau wissen, warum Roth für alle Beteiligten so schön sein kann.
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Challenge-Wanaka: |
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Challenge-France: |
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Challenge-Spain: |
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