Rennen in | 12. Juli 2009
 
 
 
 
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Pressemitteilung

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Im zwanzigsten Triathlon-Jahr kommt Roth ganz global daher:
Vom Ironman zum Quelle Challenge Roth

ROTH. Als der Sportfan und Ausdauerathlet Detlef Kühnel aus Roth vor 25 Jahren als erster Deutscher mit dem Nürnberger Manuel Debus in Kona/Hawaii aufkreuzte, um dort - eher wenig vorbereitet - einen Ironman zu absolvieren, war die fränkische Kreisstadt gerade einmal vor allem als Bundeswehrstandort bekannt. Das hat sich heute gravierend geändert, denn Kühnel verlegte nach einem zweiten Start auf der Pazifikinsel Big Island kurzerhand das Thema Triathlon nach Franken.

Der Franken-Triathlon (1984) und in der Folge jährlich steigernd Bayerische Meisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften und schließlich der Ironman Europe der amerikanischen World Triathlon Corporation (WTC) war damals der einzige Qualifier auf dem Kontinent für Hawaii. Obwohl damals Volk es Meinung von Verrückten sprach, die an einem Stück 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42 Kilometer laufen sollten, begegnete der Landkreis Roth den Plänen und vor allem den Leistungen der Sportler mit Respekt und gedämpfter Sympathie, wie das eben ein wenig typisch ist für Franken. Rekorde über Rekorde sorgten schließlich beim Publikum für steigende Sympathie und Identifikation: Die Leistungen von Paula Newby-Fraser mit ihren Rennen deutlich unter neun Stunden, Lothar Leder mit seinem Sieg 1996 als erster Athlet unter acht Stunden, ein Jahr später Luc van Lierde mit der immer noch bestehenden Weltbestzeit von 7:50:27 Stunden. Im Grunde liegen alle Langstrecken-Rekorde vom Schwimmen bis zum Marathon nach wie vor in Roth, und so wird der Triathlon-Mythos auch begreifbar.

Heute im zwanzigsten Jahr der Langdistanz sind regelrechte Netzwerke rund um den Globus entstanden, Bürger und Sportler besuchen sich gegenseitig, immer mehr Familien fungieren als Gastgeber. Daneben greifen die weltweiten Marketingbemühungen von TEAM Challenge, das nach dem Bruch mit der WTC 2001 den Event nach Beendigung der Zusammenarbeit mit den Amerikanern zu einer Internationalität bei Athleten von über 40 Prozent geführt hat. Parallel zum Aufbau der Marke "Quelle Challenge Roth" ist die Veranstaltung unter neuem Namen und unter Leitung von Herbert und Sohn Felix Walchshöfer kontinuierlich gewachsen. Rund 4.000 Sportler (einschließlich 1.500 Staffelteilnehmer) gehen heute an den Start, über fünfhundert müssen abgewiesen werden.

Dabei sah es ohne das amerikanische Label zunächst gar nicht so gut um das Thema Triathlon im Raum Nürnberg aus. Hintergrund war der knallharte Wettbewerb mit dem neuen Ironman-Austragungsort Frankfurt um Wettkampf-teilnehmer, Medien und Sponsoren. Dabei standen die Hessen aus Gründen der damaligen Olympiabewerbung von Anfang an, auch personell hochkarätig besetzt, voll hinter dem neuen Event. In Roth dagegen waren Stadt, Landkreis und Challenge-Organisation mehr oder weniger alleine. Rother Heimatblätter, Nürnberger Zeitungen, RTL-Franken live und in den ersten drei Jahren der Bayerische Rundfunk sowie alle internationalen Triathlonmagazine berichteten jedoch unverdrossen und ausführlich über das Spektakel, obwohl im ersten Jahr bei Zuschauern und Teilnehmern große Lücken klafften. Doch ohne spektakuläre Rennen sind auf Dauer auch die freundlichsten Redakteure nicht zu locken, und da hatte Roth mit dramatischen Inszenierungen mehrfach die Nase deutlich vorne. Mit dem Umzug in den "Triathlon-Park" 2004, dem ehemaligen Gartenschaugelände, sorgte der Rat der Stadt dann auch für eine attraktive Umgebung.

Heute zeigt sich, dass beide Veranstaltungen ihren Markt haben. Die Frankfurter haben es hinbekommen, mitten in der Stadt einen Spitzen-Event zu etablieren, und die Rother konnten ihren Mythos und die Organisationsqualität halten. Jetzt teilt sich der Markt nahezu vollautomatisch, wie Herbert Walchshöfer feststellt: "Wer nach Hawaii will, der geht nach Frankfurt. Wer den Triathlon mit Herz und unverwechselbarer Atmosphäre genießen will, der kommt nach Franken".   So hat sich die Szene sortiert, und jetzt im sechsten Challenge-Jahr gibt es schon die ersten "Ableger" in Neuseeland und Frankreich. Weitere Lizenzen sollen noch vergeben werden, die Verhandlungen laufen. Das Interesse an der neuen Marke hat natürlich ganz ursächlich mit den interessanten Geschehnissen der letzten fünf Jahre zu tun und damit, dass in Roth die Messlatte der Qualität zu keinem Zeitpunkt abgesetzt wurde. Im Gegenteil: Es wurde immer ein wenig mehr als bei den Mitbewerbern geboten, das war und ist die Devise, bis hin zum Startgeld. Diese Philosophie steht damit im Gegensatz zum ersten Auftritt der beiden Triathlon-Pioniere 1982 und der ersten Veranstaltungen ab 1984, mit denen alles begann.  

In fünf Challenge-Jahren kontinuierlich nach oben
Wir schreiben also das Jahr 2002. Nach der Rückgabe des IRONMAN-Prädikats ist es in Roth und in der gesamten Triathlon-Welt spannend geworden: Wird das neue Label "Quelle Challenge Roth" bei Athleten, Sponsoren, Zuschauern und Medien akzeptiert werden? Doch die Premiere am 14. Juli 2002 gelingt auf Anhieb - und auf höchst überzeugene Art. "Roth bleibt Roth" jubeln die Zeitungen und: "Fans bleiben ihrem Triathlon treu". Lothar Leder, dem "König von Roth", gelingt der Hattrick, zum dritten Mal in Folge geht er als Sieger über die Finishline mit einer Siegerzeit von 8:17:25 Stunden, gefolgt von Cameron Brown/Neuseeland (8:21:29) und Thomas Hellriegel (8:21:53). Bei den Damen kann Nina Kraft mit 9:12:41 Stunden das Rennen für sich entscheiden, die Ungarin Erika Csomor ist gut 20 Minuten langsamer. Nicole Leder als Dritte braucht damals noch 9:46:00 Stunden für die Strecke - eine Zeit, die die Sportlerin der Zukunft" schon im Folgejahr locker unterbieten würde.

Das Jahr 2003 geht in die Geschichte des Triathlon ein - mit dem berühmt gewordenen "Herzschlagfinale" zwischen Favorit Lothar Leder und dem Australier Chris McCormack. Bis Kilometer 39 liegen die beiden gleichauf. Und dann passiert es: Auf den letzten zweihundert Metern sucht Lothar die Entscheidung, in einem unglaublichen Spurt überquert er nach 8:11:50 Stunden die Ziellinie und gewinnt - drei Sekunden vor seinem Konkurrenten! Das unglaublichste und nervenzerfetzendste Langdistanzfinale aller Zeiten ist zu Ende. Für Leder gibt es nach diesem hart erkämpften Sieg noch einen zweiten Grund zur Freude: Seine Frau Nicole, diesmal in unschlagbarer Bestform, verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als eine halbe Stunde, gewinnt das Frauenrennen überragend in 9:15:01 Stunden. Erster Doppelsieg für die Leders in Roth!

2004 hat sich der Quelle Challenge Roth endgültig etabliert, darf sich in punkto Teilnehmerzahlen erstmals "weltgrößter Triathlon in der Langdistanz" nennen, das Magazin triathlon schreibt begeistert von der "Traumfabrik Roth" - und die Zuschauer sehen ein Weltklasse-Rennen, bei dem Faris Al-Sultan und Timo Bracht weitgehend die Motoren der Dramaturgie für Zeiten unter acht Stunden sind. Dennoch findet die "Wachablösung" nicht statt: Ein strahlender Chris McCormack feiert einen glänzenden Sieg unterhalb der magischen Acht-Stunden-Grenze mit einer Zeit von 7:57:50 Stunden, auch Faris Al-Sultan bleibt drunter, kommt knapp eine Minute später mit 7:58:57 ins Ziel. Bei den Frauen siegt mit 9:13:57 Stunden einmal mehr eine überragend fightende Nicole Leder, die einen neuen Marathon-Streckenrekord aufstellt: 2:52:46 Stunden! Und auch die zweitplatzierte Australierin Belinda Granger (9:16:00) hinterlässt bei ihrem ersten Antritt in Roth einen nachhaltigen Eindruck. Die erstmalig ausgetragene Firefighter- Weltmeisterschaft mit einem fulminanten Begleitprogramm und Teilnehmern aus New York ist ebenfalls ein emotionaler Farb-tupfer, der bestens zum "Best Old Race" passt.

2005 entscheidet Chris McCormack zum zweiten Mal nach 2004 den Quelle Challenge Roth für sich: Nach absolut souveränem Wettkampf läuft der sympathische Australier erneut unter acht Stunden, exakt nach 7:58:45 Stunden, über die Finishline. Erst zehn Minuten später folgt der Hawaii-Vierte Alex Taubert mit 8:08:17, der mit seiner Zeit verdient Deutscher Meister wird. Den dritten Platz auf dem Treppchen sicherte sich sein Teamkollege Timo Bracht mit 8:14:26 Stunden. Auch in der Frauenkonkurrenz gibt es in diesem Jahr einen Sieg für Australien: Belinda Granger macht ihren Traum wahr und landet bei ihrem zweiten Start in Roth mit 9:14:06 Stunden ganz vorne. Zweite wird Vorjahressiegerin Nicole Leder in 9:25:42 Stunden.

Der Sieger des 5. Quelle Challenge Roth am 2. Juli 2006 heißt zum dritten Mal in Folge Chris McCormack. Er überquert nach 8:00:52 Stunden die Finish Line, lässt sich schon vorher auf der Stadionrunde von tausenden von Fans feiern und "verschenkt" durch sein Bummeln quasi die magische Acht-Stunden-Marke. Egal: Das Einzige, was für ihn zählt, ist der "härteste Sieg in Roth" - und natürlich der Sieg über Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan . Der führt zunächst über weite Strecken, bricht dann aber auf dem letzten Drittel des Marathonlaufs ein. Das dennoch überragende Ergebnis von 8:03:29 Stunden reicht zum zweiten Platz. Für eine Überraschung sorgt der Neuseeländer Kieran Doe, der mit 8:11:07 Stunden Dritter wird. Ebenso unerwartet auch der Ausgang des Frauenrennens: Die Neuseeländerin Joanna Lawn ist die neue "Queen of Roth". Bei ihrem ersten Start beim Quelle Challenge Roth geht die Athletin nach exakt 9:01:17 Stunden über die Finishline. "Entthront" wird - zumindest für dieses Jahr - die zweimalige Roth-Siegerin Belinda Granger (AUS) - und das trotz persönlicher Bestzeit von 9:10:27 Stunden. Mit weiteren acht Minuten Abstand geht die US-Amerikanerin Karen Holloway mit einer Zeit von 9:18:00 Stunden über die Ziellinie.

Neben all den sportlichen Rekorden ist der 5. Quelle Challenge Roth bei strahlendem Sonnenschein für die mehr als 130.000 Zuschauer an den Strecken auch eins: ein stimmungsvolles, friedliches, wunderbares Triathlon-Festival der besonderen Art, wie es kein zweites gibt - der europäische Klassiker eben.      
 



 
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