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Quelle Challenge Roth: Massieren bis die Finger bluten René Penno für tri2b.com
Die Quelle Challenge in Roth ist nun schon seit vielen Jahren ein magischer Anziehungspunkt ambitionierter Triathleten. 3.500 bis 4.000 Athleten sind es jedes Jahr, die in die fränkische Kleinstadt pilgern und die Langdistanz bei meist sommerlichen Temperaturen in Angriff nehmen. Dass hinter diesem Event auch eine Menge Arbeit an Organisation steckt, scheint klar. Vor, und vor allem während, der Veranstaltung gibt es alle Hände voll zu tun.
Ganz wichtig sind die Masseure. Rund 100 sind es an der Zahl, die ab 14 Uhr, wenn der erste Athlet dem Ziel Triathlon-Stadion entgegen läuft, bereitstehen. Einer davon ist Peter Metz. Seit 1989 ist er im Einsatz. Damals begann er als Helfer im Massageteam und knetete seit dem unzählige Waden durch. Und er hat sich "hoch gedient", inzwischen ist der 47-Jährige Wettkampfleiter des Massageteams. 1994 übernahm er die Verantwortung von Harald Lindner, der die Arbeit des Rothers zu schätzen wusste und die Verantwortung an ihn weitergab. Seit vergangenem Jahr leitet Metz das Massageteam gemeinsam mit Andreas Melde, einem Physiotherapeuten aus dem Rother Krankenhaus.

Schon im März sind Metz und Melde bei den ersten Vorgesprächen zur Veranstaltung mit dabei. Im vierwöchigen Rhythmus trifft sich dann das gesamte Orga-Team. "So richtig geht's für mich aber erst zwei Wochen vor der Veranstaltung los", sagt Metz. Dazu gehört die Einführung für nicht professionelle Masseure. Während eines Lehrgangs, der sich über einen Samstagnachmittag erstreckt, werden die wichtigsten Grundlagen des Massierens beigebracht. "Aber während des Wettkampfs sind auch genügend Masseure und Massageschüler dabei, die einspringen können", erklärt Metz, der einen Teil der Wettkampfstrecke täglich bei der Arbeit sieht. Als Beamter des Wasser- und Schifffahrtsamtes hat er einen ausgezeichneten Blick auf die zweite Schwimmwende.
Ab 14:00 Uhr geht´s zur Sache In den letzten Tagen vor dem Rennen werden noch die Öle zum Massieren sowie etliche Decken und Laken besorgt. Eingerichtet wird das Zelt, das zusammen mit den Sanitätern genutzt wird, am Tag vor dem Rennen. Nach einer letzten Wettkampfbesprechung dauert das Einrichten und Bespannen der Tische mit Laken und Decken zwei bis fünf Stunden. "Das hängt immer ein bisschen von der Zahl der Leute ab", weiß Peter Metz. "Wichtig ist, dass alles am Tag X vorbereitet und an seinem Platz ist. Kurze Wege sind dabei besonders wichtig", betont der Wettkampfleiter und blickt auf seine langjährige Erfahrung zurück. Nach einem Check am Sonntagvormittag haben die Masseure dann noch mal die Möglichkeit zu einer Pause, denn gegen 14 Uhr geht's richtig los. "Dann wird massiert bis die Finger bluten", lacht Metz. "Das ist reine Fließbandarbeit und hat mit der klassischen Massage nichts zu tun." In den zehn bis zwölf Minuten, die die Athleten auf den Tischen liegen, soll wenigstens die Muskulatur gelockert werden, die Massage soll in erster Linie der Entspannung dienen. Für die Masseure ist das trotzdem Knochenarbeit. "Einige müssen nach drei Stunden eine Pause machen", berichtet Peter Metz. Das sind dann meist die neuen im Team, das aus gelernten Masseuren, Massageschülern und "angelernten" Helfern besteht.
Auch Macca kam schon zu Metz Dass dieser Service beliebt ist nach mindestens acht Stunden Schinderei, steht außer Frage. Selbst die Spitzenathleten kommen ins Massagezelt, um sich durchkneten zu lassen. Peter Metz beispielsweise hat da ganz prominente Kundschaft. "Chris McCormack ist ein Stammkunde von mir, oder auch Justin und Belinda Granger", zählt er nur einige auf. Die Stars wissen die Arbeit zu schätzen und rufen auch vor dem Rennen schon mal an. Was Metz auch ein wenig stolz macht: "Die sind alle durch meine Hände gegangen." So wie McCormack zu Metz kommt, "haben aber auch die anderen Masseure ihre Stammkunden, die dafür sogar ein wenig Wartezeit in Kauf nehmen."
Das Massieren hat Metz sich mit der Zeit selbst beigebracht. "Eine wirkliche Ausbildung habe ich nicht", sagt Metz. 1987 hatte er bei der RSG Nürnberg, aus der später das Radprofiteam Equipe Nürnberger hervorging, seine ersten Erfahrungen im Spitzensport gesammelt und seitdem immer weiter dazu gelernt. "Man experimentiert viel herum. Bei den heimischen Athleten habe ich die Möglichkeit, das Gelernte umzusetzen", ist Peter Metz dankbar für jede Wade, die er zwischen die Finger kriegt.
Diesmal selbst die Massage genießen In diesem Jahr aber wird Metz nicht selbst am Massagetisch stehen, sondern auch einer derjenigen sein, die sich nach einem langen Wettkampf eine erste Entspannung gönnen wollen. "Ich werde diesmal selbst am Start stehen. Im vergangenen Jahr musste ich das Rennen bei Laufkilometer 18 aufgeben, nachdem ich an einem Stein umgeknickt bin und mir dabei einen Bänderriss zugezogen habe", hat der 47-Jährige, der neben einigen Kurzdistanzen und Duathlons auch schon zweimal auf Lanzarote gefinisht hat, noch eine Rechnung mit seinem Heimrennen offen. "Aber der Triathlon ist nur Hobby", betont Peter Metz. Ein Hobby genauso wie das Massieren.
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